Der Wahnsinn des SALES

SALE

Jedesmal wenn diese vier Buchstaben in den Schaufenstern der Shops aufleuchten setzt der Verstand aus und die Geldbörse sitzt locker.

Die Händler reduzieren die vorhandene Ware um Platz für die Neuware zu bekommen. Die Kaufbereitschaft steigt enorm und oftmals wird unterm Strich mehr ausgegeben, als wenn man einfach so shoppen gegangen wäre. „Ach schau mal, der Pulli kostet nur noch die Hälfte, den nehme ich mit. Und schau mal hier, die Schuhe gibt es nur noch in meiner Größe und sooo günstig! Ich habe zwar schon blaue Sneaker, aber bei dem Preis müssen die mit!“ Wir kaufen nicht mehr gezielt, sondern schaffen Masse nach Hause, weil die Teile doch alle so günstig waren. Dem ist aber oft nicht so.  Die Schränke sind voll, unser Konto ist leer, aber zum Anziehen haben wir dann doch wieder irgendwie nichts und greifen auf den Lieblingspulli und -jeans zurück, die wir damals nach langem gezieltem Suchen endlich gefunden hatten. Der im SALE erstandene Überfluss wird nach einiger Zeit dann entweder entsorgt oder fristet sein Dasein in den hintersten Ecken des Kleiderschranks. Die Altkleidersammlung verwertet Tonnen an Textilien und Secondhand Geschäfte verdienen sich eine goldene Nase. Selbst große Modeketten wie H&M oder Zara haben inzwischen Behälter in Ihren Geschäften stehen, wo man seine aussortierte Kleidung einwerfen kann. Für mich ist das paradox! Auf der einen Seite wird auf umweltbewusst gemacht, aber auf der anderen Seite wird doch hier zum Masseneinkauf verführt. Besonders im SALE wird hier wahnsinnig reduziert. Ja es ist toll einen Schnapper zu machen; aber irgendwie fühle ich mich auf gut deutsch bei der Preispolitik auch oft verarscht.

 

Die beiden Pullies sind so ein Beispiel. Der eigentliche Verkaufspreis für einen Pullover lag bei H&M bei 35€. Jetzt im Schlussverkauf wollten die Schweden nur noch 8€ haben. Ich finde, das ist eine wahnsinnige Marge und zudem würde ich mich wahnsinnig ärgern, wenn ich die 35€ gezahlt hätte.

Klar, ich habe mich über die Ersparnis gefreut, aber gleichzeitig denke ich auch, warum überhaupt noch den vollen Preis zahlen, wenn am Schluss einem die Klamotten hinter her geschmissen werden. Aber hier liegt es nicht nur an die Produktionsmengen der Hersteller, sondern auch an meine eigene Einstellung. Ich sollte mein eigenes Konsumverhalten überdenken. Warum will ich mir eine 11. Jeans kaufen, wo ich doch schon 10 Stück im Schrank habe? Brauche ich diese Bluse wirklich, oder will ich sie nur kaufen, weil es in mir ein positives Gefühl auslöst, welches aber z.B. auch ein nettes Gespräch mit einer Freundin tun würde?

Seht mich jetzt bitte nicht als Moralapostel an! Bloß nicht! Denn glaubt mir, auch ich liebe es zu shoppen (sonst gäbe es diesen Blog gar nicht), aber ich bin inzwischen ein Freund vom gezielten Einkauf geworden. Damit will ich Frust- und Überflusseinkäufe vermeiden. Wenn man genau weiß, was man will, kann man es viel leichter aufstöbern, nach Preisreduzierungen suchen und dann zuschlagen.

Versucht es auch mal; ich habe damit einiges an Geld UND Nerven gespart!

Nicole Hölscher

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